Justizvollzug in Mitteldeutschland rückt enger zusammen – Sicherheitsgruppen beraten nach Amokfahrt-Prozess in Magdeburg
In Magdeburg haben sich am 2. Juli 2026 die Sicherheitsgruppen des Justizvollzugs aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen getroffen. Bei dem fachlichen Austausch standen Erfahrungen aus sicherheitsrelevanten Einsatzlagen im Fokus.
Konkret ging es um den im Juni zu Ende gegangenen Strafprozess gegen den Amokfahrer von Magdeburg. Die Bediensteten des Besonderen Sicherheits- und Revisionsdienstes (BSRD) des Justizvollzugs Sachsen-Anhalt waren u. a. für den Transport des Gefangenen und die Sicherheit im Interimsgericht verantwortlich. Die Beamten des BSRD gaben bei dem Arbeitstreffen das während des Prozesses neu erlangte Wissen an die Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerländern Sachsen und Thüringen weiter.
„Ziel des Austauschs war es, bewährte Verfahren landesübergreifend nutzbar zu machen und die Sicherheitsgruppen für künftige Einsätze zu stärken“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Franziska Weidinger. „Es war wichtig, dass sich unsere Bediensteten nach diesem außergewöhnlichen Großverfahren mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen und Thüringen ausgetauscht haben, weil dadurch Kenntnisse sofort weitergegeben werden konnten.“ Die Ministerin sprach allen Justizvollzugsbediensteten ihren Dank und ihre Anerkennung aus. „Jede Kollegin und jeder Kollege im Justizvollzug leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der Bevölkerung“, sagte Weidinger.
Das Treffen der Sicherheitsgruppen war der erste Schritt zu einer engeren Zusammenarbeit der drei Länder im Bereich des Justizvollzugs. Bei der mitteldeutschen Justizministerinnenkonferenz am 1. und 2. Juli 2026 in Halberstadt hatten die Ressortchefinnen eine Intensivierung der Zusammenarbeit von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen im Rahmen der „Sicherheitspartnerschaft Mitteldeutschland“ vertraglich vereinbart. Weitere Informationen zur Justizministerinnenkonferenz in Halberstadt: https://lsaurl.de/WFhUG7
Hintergrund:
Dem Besonderen Sicherheits- und Revisionsdienst (BSRD) des Justizvollzugs Sachsen-Anhalt gehören Beamtinnen und Beamte an, die regulär in den Justizvollzugseinrichtungen im allgemeinen Vollzugsdienst arbeiten und für die besonderen Einsätze regelmäßig zusammengezogen werden. Die Mitglieder der Sicherheitsgruppe sind speziell ausgebildet und ausgerüstet. Der BSRD führt neben umfassenden Sicherheitskontrollen und Durchsuchungen in den Justizvollzugsanstalten auch Überprüfungen der technischen Sicherheitseinrichtungen durch. Des Weiteren sind die Beamtinnen und Beamten beim Transport von gefährlichen oder gefährdeten Straftätern in andere Justizvollzugseinrichtungen oder zu Gerichtsprozessen eingesetzt. Seit der Gründung im Jahr 1993 hat der BSRD in Sachsen-Anhalt mehrere Hundert Einsätze absolviert.

