Frauen und Gleichstellung

Die Gleichstellungspolitik der Landesregierung wird im Ministerium für Justiz und Gleichstellung durch das Fachreferat Frauen und Gleichstellung koordiniert. Gleichzeitig gilt der Grundsatz, dass die Fachministerien für die Umsetzung der Gleichstellungspolitik in ihren Fachressorts selbst verantwortlich sind.

Istanbul-Konvention

Am 01.02.2018 tritt die Istanbul-Konvention des Europarates gegen Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt für Deutschland in Kraft. Die  Umsetzung der Istanbul-Konvention mit ihren 12 Kapiteln und 80 Artikeln gilt europaweit als erstes umfassendes, rechtlich bindendes, internationales Normenwerk zur Prävention von Gewalt gegen Frauen, zur Strafverfolgung und Unterstützung von Betroffenen. Die einzelnen Maßnahmen der Istanbul - Konvention sehen für Opfer häuslicher Gewalt unter anderem eine Rechtsberatung, psychologische Betreuung, finanzielle Beratung und den Zugang zu Unterbringungsmöglichkeiten (zum Beispiel in Frauenhäusern), Aus- und Weiterbildung sowie Unterstützung  bei der Suche nach Arbeit vor.

Erstmalig ist auch die Verpflichtung der Vertragsstaaten, konkrete Maßnahmen gegen alle Formen körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, gegen Zwangsheirat, Genitalverstümmelung, Zwangsabtreibung und Zwangssterilisation vorzugehen.

Alle Mitglieder des Europarates haben die Istanbul-Konvention unterzeichnet, bisher wurde sie von 25 Staaten ratifiziert. Ob die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen von den Mitgliedsstaaten eingehalten werden, überprüft eine unabhängige Gruppe von Expertinnen und Experten. Unabhängig davon, hat sich Deutschland verpflichtet, zur regelmäßigen Berichterstattung über die gesetzgeberischen und sonstigen Maßnahmen zur Umsetzung des Übereinkommens zu berichten.

Über diesen Link können Sie sich die Istanbul-Konvention (über den Europarat) herunterladen.

Aufruf zum Ideenwettbewerb

Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt hat zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen. Dabei geht es um das „Modellprojekt mobile Teams zur psychosozialen Betreuung von Frauen und Kindern“. Grundlagen sind der aktuelle Koalitionsvertrag Sachsen-Anhalt, der Beschluss des Landtages LT-Drs. 7/327 sowie der Beschluss 7.1 der GFMK 2016.

Fachveranstaltung "Frauen verlassen ihre Heimat - weibliche Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt"

Am 2. November 2015 fand in Magdeburg die Fachveranstaltung "Frauen verlassen ihre Heimat - weibliche Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt" des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit der Fachstelle VERA, gefördert durch das Ministerium für Justiz und Gleichstellung, statt. Auf der Fachveranstaltung standen die Themen "Unterbringung", "Gesundheitliche Versorgung", "Schutz vor weiterer Gewalt", "Aufarbeitung traumatisierter Erfahrungen" und "Integration" im Mittelpunkt. 

Gleichstellungsbeauftragte

In Sachsen-Anhalt wirken in jedem Landkreis und kreisfreien Stadt, in Einheitsgemeinden beziehungsweise Verwaltungsgemeinschaften mit Trägergemeinden über 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte und darüber hinaus gewählte ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte an der Umsetzung der gleichstellungspolitischen Ziele mit.

Langfassung der Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderungen

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die detaillierte Langfassung der Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland" veröffentlicht. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und dem Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Bielefeld realisiert.

Erstmalig erfasst eine Studie umfangreiche Daten zu Gewalt und Diskriminierung in unterschiedlichen Lebensbereichen, zu psychischer und physischer Gesundheit, Partnerschaft und Familie sowie zur beruflichen Situation und zur Lebenssituation von Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen.

Beratungs- und Informationsangebote für Alleinerziehende

Alleinerziehende verdienen unseren ganz besonderen Respekt. Bei Organisation und Zeitmanagement zeigen sie oftmals was möglich ist. Die meisten Alleinerziehenden wollen Erwerbstätigkeit und Familienverantwortung verbinden. Alleinerziehende, insbesondere die jungen allein erziehenden Mütter, brauchen ein engmaschiges Netz an Unterstützung und Hilfen. Viele Akteurinnen und Akteure in Sachsen-Anhalt unterstützen mit ihren Angeboten die Alleinerziehenden. Über diesen Link erhalten Sie weitere Informationen zu den Angeboten.

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

In Sachsen-Anhalt ist es gelungen, mit der Entwicklung eines differenzierten und in sich abgestimmten Hilfesystems und durch die Zusammenarbeit vieler Professionen bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kindern ein gutes Stück voranzukommen. Die Bereitschaft der Gesellschaft, diese Gewalthandlungen als Skandal einzustufen und die Ahndung der entsprechenden Rechtsverstöße zu akzeptieren, ist gewachsen. Professionalität und Kooperationsbereitschaft nehmen sowohl bei intervenierenden staatlichen Stellen als auch bei Vertreterinnen und Vertretern von beratenden Institutionen erkennbar zu.

Land, Kommunen und Träger stehen unvermindert in der Pflicht, ein präventives Angebot, beispielsweise für Schutz, Beratung und Begleitung, vorzuhalten, wie auch die Möglichkeiten einer frühzeitigen Intervention und der Zusammenarbeit der Kooperationsbündnisse abzusichern. Über diesen Link erhalten Sie weitere Informationen zu Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.